17 Dezember 2007

Liebe Ornithologen,

heute habe ich tatsächlich kurz vorm Erfrierungstod (mußte mich hinterm
Weserdeich bei gefühlen -10° Ostwind ranpirschen, keine Beobachtung aus
dem Auto möglich) die

Rothalsgans,

die ich vor ca. 14 Tagen erstmals gesehen habe, wiederentdeckt in einem
Trupp Blessgänse von ca. 500 BG. Nach dem Kleid ist es eine im 2.
Winter. Ilveser/Heimser Marsch, aber hinterm Deich zur Weser hin.

Zweite kleine Sensation war eine

Hellbäuchige Ringelgans (Hrota)

zwischen mehreren tausend Blessgänsen, genau gegenüber am anderen
Weserufer bei Diethe. Bin mir zu 99 % sicher, obwohl die Entfernung
groß war und dann ein Auto alle hochscheuchte.
Vielleicht kann sich da mal noch jemand auf die Fährte setzten und das
bestätigen.

Sonst noch ein je ein Trupp Weißwangengänse, einmal 10, einmal 13 Tiere,
gleichzeitig beobachtet, ein Trupp auf dem gegenüberliegenden Ufer,
einer diesseits. Nur eine Saatgans.

Singschwäne bei Schlüsselburg ca. 50, ein Zwerg.

Blessgänse geschätzt beim Abendeinflug am Schlafplatz ca. 6000.

Ein wunderbarer Tag. Grüße aus Bielefeld von

Thomas Tietz



Bergenten, Zwergsäger, Kornweihen

Heute (16.12.2007) bei leichtem Frost auf den Baggerseen südlich von Lahde 4 männliche Zwergsäger und 1 Bergente, 2 Schellenten,
einige Tafelenten. In der Döhrener Marsch mindestens 4000 Blessgänse. In den nicht geernteten Sonnenblumenfeldern stärken sich Trupps von 1x30 und 1x60 Grünfinken. In den flachen Gewässern an der Böschung bei Ilvese 2 Zwergtaucher. In einem entlaubten Baum am auf einem Gehöft am Rande von Heimsen sitzen 25 Türkentauben. Eine Rotdrossel ist in einer Gruppe von Wacholderdrosseln auszumachen. In Höhe desSchlüsselburger Wehrs suchen weiterhin zwei Störche auf den Wiesen nach Futter, einer davon ist beringt. Beim Beobachten des von Eckhard und Peter fotografierten lettischen Singschwans auf den Schlüsselburger Feldern bringt sich eine verspätete Feldlerche vor einer weiblichen Kornweihe in Sicherheit, später fliegt noch eine zweite Kornweihe vorüber. Carsten Cordes

Kommentare:

Ich bin mir sicher, dass das Foto bei sturmmöwe.de keine Bergente, sondern eine weibliche Reiherente mit den weißen "Bergenten-Abzeichen" zeigt.
Grund:
Zusselfedern im Nacken - hat die Bergente nie.
Breite schwarze Schnabelspitze - hat die Bergente nie, nur einen schwarzen Nagel.
Bergente hat in der Regel noch mehr Weiß über dem Schnabel.
Solche falsche Tatsachen vortäuschende Reiherenten-Weibchen gibt es manchmal.
Gruß Eckhard

Danke an Eckhard für die Bestimmungshilfe.
Ich freue mich, dass ich mir nicht umsonst die Finger abgefroren hab: für mich ne wichtige Erkenntnis, dass die Flecken am Schnabel so gross sein können, und die Ente doch ne Haube hat.... und damit als Reiherente entlarvt ist.
Carsten

Das Große Torfmoor bei Lübbecke MI

Mit Herzblut geschrieben ist ein phantastisch schönes Buch, das gerade auf den Markt gekommen ist. Geschrieben hat es Ernst-Günter Bulk (Jahrgang 1937) als "Erinnerungen eines Ornithologen und Naturschützers aus fünf Jahrzehnten" über "Das Große Torfmoor im Wandel der Zeiten". Das Moor liegt direkt nördlich des Wiehengebirges nahe Lübbecke.
Bulk ist in dem Moorgebiet groß und alt geworden und hat die Veränderungen dort über die Jahrzehnte miterlebt. Davon berichtet das Buch. Es ist reich illustriert. Es sind nicht so sehr die Fotos der heute dort lebenden Arten, die das Buch so ungemein reizvoll machen. Die gibt es in anderen Werken auch zu sehen, manche sogar besser. Es sind vielmehr die historischen Fotos, oft wunderbar grünstichige alte Dias, die kostbare Naturdokumente darstellen:
Die balzenden Birkhähne in den 1960er Jahren
Steinschmätzer am Brutplatz in Torfsoden 1959
Birkhenne am Wegrand
Raubwürger am Nest 1961
Sperbereule am 16. Januar 1956 !!! Ein Farbfoto! Diese Sperbereule ist in der 'Avifauna von Westfalen' (Peitzmeier 1969) nicht aufgeführt!! (Weiter hinten im Text heißt das Datum allerdings 3. Januar 1954!) (Das klären wir noch ab!)
Rohrdommel im Schnee 1979...
Dazu die Schäfer, die Torfstecher, die Pflanzen.
Außerdem Massen an Informationen wie z.B. "Großtrappe - Im Februar 1942 zwei Trappen, Hahn und Henne, in den Moorwiesen. Beide Vögel wurden geschossen, Präparat noch vorhanden." Dazu ein Trappen-Foto vom 28. Februar 1979.
"Haselhuhn - Beobachtungen von je einem Ind. im nördlichen Moorgebiet, mit lockerem Kiefernaufwuchs und hoher Besenheide, am 12. und 28. November 2004."
"...angeschossene sterbende Sumpfohreule am 14. März 1954 gefunden".
 
Für die, die das Gebiet kennen, ein Muss-man-haben-Buch!
 
Ernst-Günter Bulk: Das Große Torfmoor im Wandel der Zeiten.
Uhle & Kleimann, Lübbecke 2007
ISBN 3-928959-48-4
29,- Euro.
 
Eckhard Möller
 
 

Rothalsgans am Steinhuder Meer!

Von gestern (16. Dezember) meldet Thomas Brandt von der Ökologischen Schutzstation eine offenbar unberingte Rothalsgans zwischen den Blässgänsen in den Meerbruchwiesen zwischen Winzlar und dem Steinhuder Meer, also auf der Westseite. Am besten von Winzlar aus einzusehen, wenn man Richtung Westturm geht.
Viel Erfolg allen, die es versuchen wollen!
Eckhard Möller