29 Juni 2016

Windkraftprojekt im Wesertal bei Rinteln kollidiert mit Naturschutz - Hilfe gefragt

Hallo,

dem Wunsch der NABU-Naturschutzkollegen aus Rinteln komme ich gern nach und leite die folgenden Informationen gerne weiter, zumal ich die Situation auch persönlich gut kenne.

Die in Hamburg ansässige Genossenschaft Planet Energy, welche Zögling von Greenpeace Energy ist und offensichtich wirtschaftlich eng verbunden mit Greenpeace Deutschland ist, plant seit einiger Zeit die Errichtung zweier Windkraftanlagen im Wesertal bei Rinteln.

Nur 800 m entfernt vom geplanten Standorte befindet sich das Naturschutzgebiet "Auenlandschaft Hohenrode", das als Brut- und Gastvogelgebiet mittlerweile landesweite Bedeutung besitzt. Flussseeschwalben brüten dort, Fisch- und Seeadleradler nutzen die Seen regelmäßig zur Nahrungssuche. Hunderte Gastvögel (u.a. Schellenten, Zwergsäger, Gänsesäger, Blässgänse) nutzen in den Wintermonaten die durch Kiesabbau entstandenen Teiche. Das Gebiet wurde vom NABU eigens gekauft, um Artenschutzprojekte umzusetzen. Zudem hat sich seit 2013 ein Seeadler-Brutpaar im Wesertal angesiedelt, das mittlerweile im zweiten Jahr in Folge erfolgreich zwei Jungtiere aufzieht. Die Auenlandschaft ist das Hauptnahrungsgebiet der Seeadler, welche an dieser Stelle erstmalig in der Mittelgebirgsregion Niedersachsens brüten!

Unserer Ansicht nach werden diese Erfolge im Artenschutz durch das Windkraftprojekt akut gefährdet, auch wenn von Planet Energy eingeholte Gutachten (interessanter Weise) nicht zu dem Schluss kommen. Trotz gewichtiger artenschutzrechtlicher Argumente insbesondere hinsichtlich der kollisionsgefährdeten Seeadler hält Planet Energy an dem Projekt somit fest und hat beim Landkreis Schaumburg den Antrag auf Genehmigung der Anlagen gestellt. Die Gespräche, welche unsererseits geführt wurden (ich war selbst dabei), haben nicht gefruchtet, da betriebswirtschaftliche Erwägungen anscheinend stärker gewichtet werden als der Artenschutz.

Wir sind der Aufassung, dass eine naturverträgliche Energiewende so nicht funktionieren kann! Greenpeace Deutschland - ich denke, dass kann man von Umweltschützern erwarten - sollte deswegen seine Einflussmöglichkeiten auf Planet Energy geltend machen und das Projekt stoppen oder Farbe bekennen.

Der NABU bittet deswegen,  dass sich möglichst viele Personen-  insbesondere Förderinnen und Förderer von Greenpeace - sich über diesen Vorgang bzw. die Position von Greenpeace Deutschland informieren bzw. Rechenschaft einfordern. Das kann z. B. direkt an die Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland, Brigitte Behrens, erfolgen: brigitte.behrens@greenpeace.de

Selbstverständlich kann man aus Antworten (auch Nichtantworten) auch persönliche Konsequenzen ziehen.

Ich danke für eure/Ihre Unterstützung! Die Stadt Rinteln hat bereits aus Artenschutzgründen das Einvernehmen versagt, der Landkreis Schaumburg als Genehmigungsbehörde zögert jedoch und erwägt die Genehmigung der Windkraftanlagen. Vermutlich kann das Projekt nur mit der Hilfe von Greenpeace und deren Druck auf die Gesellschaft abgewendet werden.

Um es nochmal deutlich zu sagen: Es geht nicht darum, Windnergie prinzipiell zu verhindern. Sondern es geht darum, eine sachgerechte Abwägung vorzunehmen, die die Belange des Naturschutzes berücksichtigt. Und dieses Projekt in Rinteln tut das nach unserer Auffassung nicht.

Weitere Infos sind der Internetseite des NABU-Rintelns zu entnehmen: www.nabu-rinteln.de

Herzliche Grüße,

Thomas Brandt (privat)




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